Wir laden herzlich ein: Am Montag, 9. November 2026, um 19:00 Uhr versammeln wir uns auf dem Marktplatz vor dem Rathaus Westerstede (Am Markt 2).
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört, Menschen wurden misshandelt, verhaftet und verschleppt. Die Reichspogromnacht markierte den Übergang von Ausgrenzung und Entrechtung hin zur offenen Gewalt. Sie war der Auftakt zu Verfolgung, Deportation und Ermordung von Millionen Jüdinnen und Juden. Auch in Westerstede lebten jüdische Familien. Sie waren Nachbarn, Geschäftsleute und Mitschüler, bis ihnen ihr Zuhause und oft auch ihr Leben genommen wurde.
Mit unserem jährlichen Gedenkgang erinnern wir an diese Menschen. Wir wollen nicht nur abstrakt der Opfer gedenken. Wir wollen ihre Namen nennen und ihre Geschichten erzählen, und zwar dort, wo sie gelebt haben.
Neue Erinnerungszeichen in der Kuhlenstraße
In diesem Jahr weihen wir im Rahmen des Gedenkgangs in der Kuhlenstraße neue Erinnerungszeichen ein. Sie sind der Familie Silberbach gewidmet, die dort ihren Wohnort hatte.
Die Erinnerungszeichen sind Stelen mit Namenstafeln. Auf den Tafeln stehen die wichtigsten Lebensdaten der Familienmitglieder. Bereits an anderer Stelle in Westerstede erinnern solche Stelen an die Familie Polak. Mit dieser Form der Erinnerungskultur machen wir die Geschichte jüdischer Familien an ihren ehemaligen Wohnorten sichtbar. Wer im Alltag an ihnen vorbeigeht, begegnet einem Stück Stadtgeschichte, die nicht vergessen werden darf.

Ablauf
- 19:00 Uhr: Treffen auf dem Marktplatz vor dem Rathaus
- Begleitet wird der Gedenkgang durch verschiedene Redebeiträge
Kommen Sie mit!
Erinnern ist keine Aufgabe, die irgendwann erledigt ist. Gerade heute, wo Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit wieder offen auftreten, ist es wichtig, gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Wir laden alle Westersteder*innen ein, sich dem Gedenkgang anzuschließen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Initiative Gegen Das Vergessen Westerstede

