Theaterstück – „Wenn ich wieder klein bin“

Was bedeutet es, Kindern zuzuhören? Und wie ernst nehmen wir sie, wenn es um ihre Rechte geht? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt einer Theateraufführung, die sich mit dem Leben Janusz Korczaks und mit den Kinderrechten beschäftigt. Sie lädt dazu ein, über Achtung, Mitbestimmung und Verantwortung nachzudenken.

Gemeinsam mit dem Theater Laboratorium haben wir als Initiative „Gegen Das Vergessen“ diese Aufführung nach Westerstede geholt. Am 11. November 2026 gastiert das Ensemble in der Aula des Gymnasiums Westerstede. Der Abend gibt uns die Gelegenheit, an Korczak und die Kinder des Waisenhauses „Dom Sierot“ zu erinnern. Er fragt auch, was es heute bedeutet, Kindern zuzuhören und ihre Rechte zu achten.

Das Stück

Das Theater Laboratorium erzählt in seiner Inszenierung vom Leben Janusz Korczaks. Das Stück entstand als gemeinsame Entwicklung von Pavel Möller-Lück, Burkhart Siedhoff und Barbara Schmitz-Lenders. Siedhoff und Schmitz-Lenders führten Regie. Der Titel erinnert an Korczaks gleichnamiges Buch aus dem Jahr 1925.

Das Theater Laboratorium greift bewusst auch schwierige Themen im Kindertheater auf. Es will jungen Menschen eine ehrliche Auseinandersetzung damit ermöglichen, ohne sie zu überfordern und ohne ihnen etwas vorzuenthalten. Korczaks Geschichte bietet dafür einen besonderen Zugang. Sie erzählt von einem Erwachsenen, der Kinder als eigenständige Menschen ernst nahm und ihnen Rechte und Verantwortung zugestand.

Janusz Korczak
(Portrait vom 05.01.1933)

Wer war Janusz Korczak?

Janusz Korczak war der Schriftstellername von Henryk Goldszmit. Er war polnisch-jüdischer Arzt, Autor und Pädagoge. Ab 1912 leitete er gemeinsam mit Stefania Wilczyńska das jüdische Waisenhaus „Dom Sierot“ in Warschau. Das Haus war ein Ort, an dem Kinder nicht nur versorgt, sondern auch beteiligt wurden. Sie konnten den Alltag mitgestalten und Konflikte gemeinsam verhandeln. Ihre Meinung hatte Gewicht.

Korczak schrieb außerdem Bücher für Kinder und über Erziehung. Immer wieder betonte er, dass Kinder nicht erst zu Menschen werden, sondern es bereits sind, und dass sie Anspruch auf Achtung haben. Diese Haltung wirkt bis heute nach und prägt das Denken über Kinderrechte.

Erinnern heißt, Verantwortung zu übernehmen

1940 musste das Waisenhaus in das Warschauer Ghetto umziehen. Anfang August 1942 wurden Korczak, Wilczyńska, weitere Mitarbeitende und rund 200 Kinder nach Treblinka deportiert und dort ermordet. Korczak blieb bis zuletzt an der Seite der Kinder.

Mit der Aufführung wollen wir an diese Menschen erinnern. Wir wollen auch ein Zeichen setzen: Wer sich erinnert, übernimmt Verantwortung, heute und im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen in unserer Mitte.

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